Friede? So ist die Situation

  • Zunahme regionaler Konflikte und Auseinandersetzungen mit scheinbar zwangsweiser Gewaltanwendung (ethnische, religiöse Konflikte, Kampf um Ressourcen, soziale Spannungen)

  • Attraktivität von Nationalismus und Chauvinismus (Fundamentalismus, Rechtsradikalismus, Gewaltbereitschaft)

  • Wachsendes Nord-Südgefälle

  • Zuspitzung ökologischer Probleme mit machtpolitischer Dimension

  • Rapides Anwachsen des Terrorismus als Form politischer Auseinandersetzung

  • Zunehmende Bereitschaft zur Kriegsführung als legitimes Mittel der Politik

Die Auflösung des Warschauer Paktes, der Zerfall der Sowjetunion, die Öffnung der Grenzen nach Osteuropa, die deutsche Einheit und eine fortschreitende Globalisierung auf vielen Gebieten beeinflussten zunehmend die Friedensarbeit. In weiten Teilen der Bevölkerung schwand das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Einsatzes für den Frieden, und das Interesse an der Friedensarbeit ging allgemein zurück.

Während jedoch die wissenschaftlich-technische Entwicklung und die damit verbundene Ausweitung des instrumentellen Handlungsspielraumes explosionsartig fortschreiten, befindet sich das ethische und politische Verantwortungsbewusstsein weltweit noch auf geradezu archaischem Niveau. Das führt zu einem Dilemma, das überwunden werden muss.

Quelle: Studiengesellschaft für Friedensforschung e.V., München