Kann man Frieden „machen“?

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels fordert am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“; auf Plakaten wird dafür geworben (picture-alliance / akg-images)

Kriege hat es immer gegeben, Kriege wird es immer geben: Wer so denkt, der hat den Frieden schon verloren. Kriege sind nämlich nur möglich mit der Akzeptanz des Volkes. Kriege beginnen auch nicht über Nacht, sie werden über lange Zeit vorbereitet: Die Menschen werden, mit welchen unredlichen Methoden auch immer, darauf eingestimmt – die Beispiele reichen bis in die jüngste Zeit.

Nach „Nie wieder Krieg“ sprechen wir heute eben von „Krisen“, alle „Denk- und Mahnmale“ haben nicht wirklich Wirkung gezeigt. Unverändert gilt, was Thukydides vor über 2 000 Jahren als gescheiterter Feldherr als Weg aus diesem Dilemma formulierte:

„Wir, die wir als Urheber aller Ereignisse, sei es zum Guten oder zum Schlechten, gelten müssen, haben allen Grund, uns die Zeit zu nehmen, sie vorauszudenken.“

Frieden ist „machbar“, wenn wir alle uns dafür sensibilisieren, dass Krieg keine Lösung ist – nie eine war. Der Weg zum Frieden wird von engagierten Menschen – Militärs wie Zivilisten – durchaus auch kontrovers diskutiert. Diese Ausstellung soll unterschiedliche Standpunkte zusammenführen: Frieden durch Verstehen.

Von Frieden und Zäunen

"Pazifistische Bürger meinen, man brauche keine Wehr mehr, um den Frieden zu erhalten. Aber, was heißt das eigentlich, Frieden, und was ist eine Wehr oder auch ein Gewehr?

"Wehr" bedeutet ursprünglich "Befestigung". Einstmals bestand dieses Befestigung aus einem Schutzwall oder einer Umzäunung, eine Hag oder Horst, wie man das noch an Städtenamen erkennt wie beispielsweise "Den Haag" oder "Delmenhorst". Das waren Festungen, in denen man sich solch erart vor einem möglichen Angriff schützte. "Schützen" aber kommt von "schütten", und zwar wurde eben zur Befestigung ein Wall oder ein Wehr aufgeschüttet. Dadurch versuchte man den Frieden zu bewahren. Und was war dieser Frieden?

Frieden kommt von dem mittelhochdeutschen Wort "vride", und das bedeutet "Umzäunung". Deshalb bedeutet z .B. "Friedhof" eigentlich eingefriedeter oder umzäunter Hof. Wer sich also früh er befriedigt fühlte, der war eingefriedet, will sagen er hatte sich durch eine Umzäunung befestigt. Und solcherart eingefriedet lebte er in Frieden.

Wer sich zufrieden fühlt, der fühlt sich auch geschützt. Und der Schutz entspricht in seiner Bedeutung dem Frieden, bzw. entspricht die Aufschüttung der Einfriedung, denn beide dienen der Befestigung.

Pazifisten könnten dieser Herkunft deutscher Wörter entgegenhalten, Pazifismus komme von dem italienischen Wort für "Frieden", also von "pax", und dieses Wort habe mit einer Festung nichts zu tun. Das lateinische Substantiv "pax" kommt aber von dem Verbum "pangere" und das bedeutete "befestigen". Ein Pazifist, der den Frieden will, ist also einer, der einen Festungsschutz will, ob auf deutsch oder lateinisch .

Hier mögen Pazifisten einwenden, es gehe ihnen nicht um die Etymologie, also die Wurzeln eines Wortes, sondern um den Begriff des Friedens. Man sollte sich aber klar machen, worauf dieser Begriff von Anfang an beruhte: Wer sich schützte, wer einfriedete, der hatte seinen Frieden. So war es ursprünglich, und ist es jetzt wirklich anders, als es eh und je gewesen ist?

Wenn also pazifistische Bürger die Politiker auffordern, alles für den Frieden zu tun, dann verlangen sie eigentlich von ihnen, alles für den Befestigungsschutz zu tun. Die Politiker könnten dann entgegnen, eben das täten sie ja immer. Und vielleicht reden beide da nicht wirklich aneinander vorbei."

Klaus Mampell

Zitiert aus: "Kirchenzeitung"

Ev .-Luth. Gemeindeblatt für die Sprengel Hamburg, Holstein-Lübeck, Schleswig und für Nordschleswig, 69. Jahrgang/Nr. 36 - 14. Sonntag nach Trinitatis - 12. September 1993

Macht bedeutet Verantwortung für den Frieden

Das Kriegsende 1945 in der Berliner Luisenstraße (Foto: picture-alliance / akg-images)

 

Frieden entsteht in der Realität selten allein durch guten Willen. Basis für den Frieden ist auch Stärke, Weitsicht und Bescheidenheit in den eigenen Zielen.

Der Militärstratege Carl von Clausewitz („Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“) hat es sinngemäß so definiert:

„Frieden ist zwingend, wenn das Ziel nicht erreichbar, oder der Preis zu hoch ist.“

„Es sollen gerade die Schwachen gerüstet sein, um nicht überfallen zu werden.“

„Verteidigung ist eine stärkere Form der Kriegsführung, um nicht überfallen zu werden.“

Entsprechend historische Beispiele zeigt diese Ausstellung:

  • Den Wahnsinn des Krieges gegen Russland einerseits, und das Ende des Ost-West-Konflikts mit der damit verbundenen Wiedervereinigung Deutschlands andererseits
  • Die willkürliche Niederschlagung des „Boxeraufstands“ in China als Beispiel für Ohnmacht und Machtmissbrauch
  • Das Beispiel Schweiz: Ein Land entscheidet sich konsequent für die Neutralität, und baut ebenso konsequent eine Wehrmacht auf, die nur dem Schutz des eigenen Landes dient

 

Diese Ausstellung verzichtet bewusst auf jeden Bezug zu aktuellen Kriegs- und Krisenherden. Der aufmerksame Betrachter wird Parallelen finden zwischen der gezeigten Historie und der Gegenwart.

Auch der historische Hintergrund der Prinz Eugen wird separat dargestellt, um nicht abzulenken vom eigentlichen Ziel dieser Ausstellung: Sie als Besucher zu informieren, zu aktivieren und zu sensibilisieren – Ihnen das Thema „Frieden durch Verstehen“ nahe zu bringen.

Wir müssen uns bewusst sein, dass Macht ein Resultat wirtschaftlicher Stärke ist, und somit die Verantwortung für den Frieden in den Händen der Politik und somit in unseren eigenen Händen liegt.

Wir als Bürger müssen selbst den Mut und den Willen haben, uns dafür einzusetzen, dass Macht nicht missbraucht wird.

Der Schwere Kreuzer Prinz Eugen verkörpert mit seiner Geschichte alle Aspekte des Krieges und er zeigt Wege zum Frieden.

Deshalb kann und sollte er Plattform und Botschafter sein für die Aufforderung an die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen dieser Welt:

Macht bedeutet Verantwortung für den Frieden.